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Prosumer-Tarif

Beachten Sie die Erklärung zum „Prosumer“-Tarif, um alle nützlichen Informationen über den Prosumer-Tarif zu erhalten.

Prosumer-Simulator

Der Simulator ist ein Instrument zur Unterstützung bei der Entscheidung für Inhaber von Fotovoltaikmodulen, die den Einbau eines Zweirichtungszähler in Betracht ziehen. Wenn dies auf Sie zutrifft und die Leistung Ihrer Fotovoltaikanlage unter oder bei 10 kVA liegt, machen Sie den Test. Für weitere Details zum Prosumer-Tarif siehe Erklärung zum „Prosumer“-Tarif.

Zugriff auf Prosumer-Simulator.

Falls Sie Ihren Einrichtungszähler durch einen Zweirichtungszähler ersetzen wollen, muss Ihr Antrag bei Ihrem Verteilnetzbetreiber eingebracht werden (siehe Meinen VNB suchen).

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Zusammenhang
Worum geht es? Auf wen ist er anwendbar?

Der Prosumer-Tarif ist ein Tarif für die Netznutzung durch Prosumer (cf. Erläuterungsnotiz zum Prosumer-Tarif). Er wird über die Rechnung des Stromversorgers in Rechnung gestellt. Dieser Tarif gilt standardmäßig für alle Prosumer, gleich welche Technologie sie bei der Erzeugung einsetzen. Zum Großteil handelt es sich dabei um Solarzellen, aber es gehören auch kleine Wind- und Wasserkraftanlagen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen dazu.

Warum?

Der Prosumer-Tarif, bei dem es sich nicht um eine Gebühr handelt, zielt darauf ab, die Netzkosten auf gerechte Weise auf alle Benutzer des Stromverteilernetzes zu verteilen.

Im Gegensatz zu den anderen Netzbenutzern beteiligen sich die Prosumer bis zum 30. September 2020 nicht an der Finanzierung des Netzes entsprechend der Höhe ihrer Nutzung. Zwar verfügen Prosumer über Stromerzeugungsanlagen, jedoch nutzen sie genauso das Netz, wenn sie Strom zu einem Zeitpunkt entnehmen, zu dem ihre Anlage keinen oder nur wenig Strom erzeugt. In diesem Fall tritt eine zeitliche Verschiebung zwischen Erzeugung und Verbrauch ein. Ein Prosumer kann seinen Strom kostenlos in das Netz einspeisen (es gibt in seinem Fall keinen Einspeisungstarif), jedoch muss er gerechterweise genauso zu den Netzkosten beitragen, wenn er Strom zu dem Zeitpunkt entnimmt, zu dem er keinen erzeugt.

Ein solcher gerechter Beitrag zu den Netzkosten zielt darauf ab, einerseits die Instandhaltung und Weiterentwicklung des Stromnetzes zu sichern und es sozial akzeptabel zu machen, und andererseits die Prosumer dazu anzuregen, mehr von ihrem eigenen Strom zu verbrauchen, um noch mehr erneuerbare Energie in das Verteilernetz zu integrieren, ohne es verstärken zu müssen.

Ein solcher Tarif wird in der flämischen Region schon seit dem 1. Juli 2015 angewandt. Er wird auf der Kapazitätsgrundlage angewandt.

Ab wann?

Die Tarifmethodik 2019-2023 sieht vor, dass die von der CWaPE genehmigten Prosumer-Tarife am 1. Januar 2020 in Kraft treten. Mit dem Erlass der Wallonischen Regierung vom 31. Dezember 2019 sah die Wallonische Regierung vor, diesen Tarif um vier Monate zu verschieben. Mit dem Erlass der Wallonischen Regierung vom 7. Mai 2020 im Rahmen der Gesundheitskrise wurde die Verschiebung des Prosumer-Tarifs bis zum 1. Oktober 2020 verlängert. Konkret kommt der Prosumer-Tarif damit ab1. Oktober 2020 zur Anwendung.

Modalitäten für die Rechnungslegung des Prosumer-Tarifs

  • Verfügt der Prosumer über einen Netzzähler, der Entnahme und Einspeisung getrennt aufzeichnet (Zweirichtungszähler oder Smart Meter), gelten die Proportionaltarife für Entnahme und Einspeisung sowie der Refakturierung für die Kosten der Benutzung des Transportnetzes einschließlich der diesbezüglichen Zuschläge für das Bruttovolumen der Stromentnahme aus dem Netz.
  • Verfügt der Prosumer über keinen Netzzähler, der die Entnahme getrennt aufzeichnet, gilt ein spezifischer, in EUR/kWe ausgedrückter Kapazitätstarif („Prosumer-Tarif“ genannt) für die entwickelbare Nettostromleistung der Erzeugungsanlage.

Die Verteilungs- und Transportkosten (sowie die diesbezüglichen Zuschläge), die auf Basis der proportionalen Netztarife berechnet werden, dürfen die Verteilungs- und Transportkosten, die auf Basis des Kapazitätstarifs berechnet werden, nicht überschreiten.

Austausch eines Einrichtungszählers gegen einen Zweirichtungszähler oder einen intelligenten Zähler auf Anforderung des Prosumers

Wenn der Prosumer seinen Einrichtungszähler durch einen Zweirichtungszähler ersetzen möchte, muss er den Austausch des Zählers bei seinem Netzbetreiber beantragen (cf. meinen Netzbetreiber suchen). Die Zeitspanne zwischen dem Einreichen eines Antrags auf den Austausch eines Einrichtungszählers gegen einen Zweirichtungszähler oder einen intelligenten Zähler (der intelligente Zähler ist ebenfalls ein Zweirichtungszähler) und dem tatsächlichen Austausch des Zählers kann je nach Menge der zu bearbeitenden Anträge variieren. Der Antrag muss demnach früh genug beim Netzbetreiber eintreffen, damit der Austausch des Zählers zu dem vom Prosumer gewünschten Termin stattfinden kann. Der Preis für den Austausch eines Einrichtungszählers gegen einen Zweirichtungszähler beläuft sich 2019 bei allen Netzbetreibern auf 150€ zzgl. MwSt. (wenn keine technische Anpassung notwendig ist) und wird jährlich angepasst.

Auswirkung des Austauschs des Zählers auf den Ausgleich

Die Prosumer erhalten einen Ausgleich (Siehe Mitteilung über die Anwendung des Ausgleichs). Der Ausgleich besteht darin, von seinem Verbrauch über einen Zeitraum zwischen zwei Zählerablesungen die im gleichen Zeitraum in das Netz eingespeiste Energie abziehen zu dürfen, selbst wenn der Verbrauch und die Einspeisung zu verschiedenen Zeitpunkten erfolgt sind. Im Allgemeinen wird der Ausgleich auf einer jährlichen Basis berechnet. Falls auf Bitten des Prosumers ein technischer Eingriff am Anschluss vorgenommen wurde, z.B. der Austausch des Einrichtungszählers gegen einen Zweirichtungszähler zwischen zwei Zählerablesungen, wird der Rechnungszeitraum aufgesplittet, und der Ausgleich wird auf jeden Zeitraum angewendet, was zu einem teilweisen „Verlust“ des erzeugten Stroms und zu einer entsprechenden Verbrauchsabrechnung führen kann. Die Prosumer werden deshalb aufgefordert, den Antrag auf Austausch des Zählers möglichst zeitnah zum Termin der Jahresablesung zu planen, um den Verlust eines Teils der während des Zeitraumes bis zu diesem Austausch verzeichneten Produktion zu vermeiden, da die Produktion dieses Zeitraumes nicht zum Ausgleich mit dem Verbrauch eines ganzen Jahres genutzt werden kann.

Austausch eines Einrichtungszählers gegen einen Zweirichtungszähler oder einen intelligenten Zähler auf Initiative des VNB

Die Netzbetreiber müssen Smart Meter einbauen bei 80% der Prosumer, deren entwickelbare elektrische Nettoleistung an Stromerzeugung mindestens 5 kW beträgt. Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem Dekret vom 19 Juli 2018 über insbesondere den Einsatz von intelligenten Zählern. Für die Prosumer, deren entwickelbare elektrische Nettoleistung an Stromerzeugung mindestens 5kW beträgt, ist der Austausch des Zählers, der auf Initiative des Netzbetreibers im Rahmen eines Austauschplans stattfindet, gratis.

Für 2020-2023 genehmigte Prosumer-Tarife

Die für den Zeitraum 2019-2023 geltenden Tarife der Netzbetreiber wurden am 28. November 2018 von der CWaPE genehmigt (Siehe Tarifentscheidungen). Die folgende Tabelle zeigt die Kapazitätstarife für Prosumer, die den Netzbetreibern für die Jahre 2020 bis 2023 genehmigt wurden. Der Prosumer -Kapazitätstarif wird standardmäßig auf Prosumer angewendet, die nicht über einen Zweirichtungszähler/Smart Meter verfügen. Für das Jahr 2020 wird dieser Tarif anteilig nach Anzahl der Monate, für welche er gilt, das heißt mit 3/12 (vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2020) verrechnet.

Prosumer-Kapazitätstarif inkl. MwSt.
Ausgedrückt in €/kWe2020202120222023
AIEG66,8767,4367,2765,50
AIESH85,2986,3486,5086,91
ORES NAMUR87,4188,1688,5088,21
ORES HAINAUT85,7885,4785,9584,86
ORES EST98,6399,3999,2698,53
ORES LUXEMBOURG89,5490,2990,6391,63
ORES VERVIERS98,8498,7999,0797,08
ORES BRABANT WALLON78,6279,2479,5179,52
ORES MOUSCRON78,8179,6780,3182,26
RESA76,0477,0676,8777,19
REW89,4690,7592,1088,67

Der Prosumer -Kapazitätstarif wird nicht auf Prosumer angewendet, die über einen Zweirichtungszähler/Smart Meter verfügen, der ihre tatsächlichen Entnahmen an aktiver Bruttoenergie aus dem Netz registriert. In diesem Fall werden die Tarife für Stromentnahme und die Tarife für die Refakturierung der Kosten für die Benutzung des Transportnetzes, ausgedrückt in EUR/kWh (Siehe Tarife 2020, Tarife 2021, Tarife 2022 und Tarife 2023), auf die gemessenen Bruttoentnahmen angewandt.

Die Tarifmethodik für 2019-2023 der CWaPE sieht für die Prosumer, die über einen Zweirichtungszähler verfügen, die Garantie vor, dass dieser Betrag nicht höher (insgesamt für Verteilung und Transport sowie für die diesbezüglichen Zuschläge) als der entsprechende Kapazitätstarif liegt, wenn sie über keinen Zweirichtungszähler verfügen würden. Eine solche Garantie zielt darauf ab, Prosumer zur Entscheidung für einen Netztarif anzuregen, der auf ihrer Bruttoentnahme beruht (dies fördert den gleichzeitigen Eigenverbrauch), ohne dabei Gefahr zu laufen, mehr als den Kapazitätstarif zu bezahlen, falls ihr Eigenverbrauch letztlich unter 37,76 % liegt.

Es liegt demnach bei jedem Prosumer, entsprechend seinem Verbrauch und seiner Eigenproduktion zu berechnen, ob es für ihn von Vorteil ist, den Einbau eines Zweirichtungszählers zu beantragen und wenn ja, welcher Termin am besten für den Austausch des Zählers passt.

Beispiele der Rechnungsstellung für einen Prosumer
Hypothesen
  • Entwickelbare elektrische Nettoleistung der Produktionsanlage: 5 kWe
  • Erzeugung: 910 kWh pro kWe
  • Jährlicher Verbrauch: 4.550 kWh
  • Eigenverbrauch: 50 %
    • Jährliche Erzeugung (910 kWh X 5 kWe) = 4.550 kWh
    • Jährlicher Verbrauch: 50% X 4.550 kWh = 2.275 kWh
    • Einspeisung in das Netz = 2.275 kWh
    • Bruttoentnahmen aus dem Netz = 2.275 kWh
  • Netzbetreiber: RESA
  • Verbrauchszeitraum: 01.01.2021 bis 31.12.2021
  • Kapazitätstarif für Prosumer 2021: 90,75 €/kWe inkl. MwSt.
  • Tarife für Verteilentnahme 2021: 0,116308 €/kWh inkl. MwSt.
  • Tarife für die Weiterverrechnung der Transportkosten 2020 *: 0,0447590 €/kWh inkl. MwSt.

* : In diesem Beispiel sind die Tarife für die Weiterverrechnung der Kosten für die Nutzung des Transportnetzes jene, die von 1. März 2020 bis 28. Februar 2021 anwendbar sind. Die ab 1. März 2021 geltenden Tarife für die Weiterverrechnung der Transportkosten werden von der CWaPE im Laufe des Monats Februar 2021 genehmigt.

Berechnungen

Wenn der Prosumer nicht über einen Zweirichtungszähler verfügt, beläuft sich seine Rechnung auf 453,75 €

  • 5 kWe X 90,75 € = 453,75 €
  • 0 kWh X 0,116308 €/kWh = 0 €
  • 0 kWh X 0,0447590 €/kWh = 0 €
  • ZUSAMMEN : 453,75 € inkl. MwSt.

Wenn der Prosumer über einen Zweirichtungszähler verfügt, beläuft sich seine Rechnung auf 366,43 €

  • 2.275 kWh X 0,116308 €/kWh = 264,60 €
  • 2.275 kWh X 0,0447590 €/kWh = 101,83 €
  • ZUSAMMEN : 366,43 € inkl. MwSt.